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Die Ankunft

Präparation

 

Bei dem Projekt "Die Ankunft" habe ich ein trabendes Pferdeskelett präpariert. Zuerst habe ich bei einem Pferdemetzger frische Pferdeknochen abgeholt und diese dann zum Mazerieren und Entfetten in ein anatomisches Institut gebracht. Als die Knochen entfettet waren, begann der eigentliche Aufbau. In einem Kölner Veranstaltungsort für Performances konnte die Öffentlichkeit während acht Wochen die Präparation in einer work in progress verfolgen.

 

 

 


Der Pferdemetzger hatte die Knochen entlang der Wirbelsäule zersägt, so daß statt 260 einzelnen Knochen 600 Puzzlestücke zur Verfügung standen. Zunächst ging es darum, die einzelnen Teilstücke zu den einzelnen Knochen zusammenzufügen.

 

Für eine erste Übersicht, habe ich eine maßstabsgetreue anatomische Zeichnung angefertigt.



Wochenlang klebten wir zu dritt die einzelnen Puzzleteile mit Epoxydharzkleber zusammen. 


 


Die Rippen wurden geordnet und durchnumeriert.



 
Um nun ein Pferdeskelett in trabender Stellung zu präparieren, muß zunächst die Krümmung der Wirbelsäule herausgefunden werden. In jeder Phase des Bewegungsablaufes verändern sich die Neigungswinkel der Wirbel sowie aller übrigen Knochen zueinander. Ausgehend von der Größe des Pferdeschädels und des Beckenknochens fertigte ich ein maßstabsgerechte Umrisszeichnung an, in die die einzelnen Knochen eingepasst werden konnten, um herauszufinden, wie die Wirbelsäule im Trab gekrümmt ist. Alle Wirbel wurden auf eine Schnur aufgefädelt. Durch Ausmessen der Abstände zwischen dem Kamm der Dornfortsätze bis zur Oberkante des Wirbelsäulenkanals fanden wir die gesuchte Krümmung heraus. Eine entsprechend gebogene Stange wurde durch den Wirbelsäulenkanal geschoben.


Die Beine wurden in der entsprechenden Haltung vorbereitet.


An der Stange für die Wirbelsäule konnten die beiden Stützstangen befestigt werden. Nun konnten alle übrigen Knochen montiert werden.

 


An den Wirbeln befestigten wir die zugehörigen Rippen und die Beinknochen in trabender Bewegung. Erst jetzt konnte der Abstand der beiden Stützstangen vom Boden bis zur Trägerstange bestimmt werden. Schädel, Schulterblätter und Becken wurden in das Metallgerüst eingehängt und die Beine daran angeschraubt. Die angehobenen Hufe wurden gesondert abgestützt.  

 





 

 Ausstellungen
 

 Die Ankunft   1998   Installation Moltkerei Werkstatt Köln


 

Strukturen von Entwicklung   1998   Installation   Alexander Koenig Museum Bonn

 

 

Die Ankunft   2001   Videoinstallation   Kunstverein Böblingen